Ritterfahre zum 140. Bestandesfest des Markgrafenritterbundes Deutsches Heim zue Vurthe
17. -19. im Ostermond der Jahrung 2000 und 26 dazue
Bereits am Donnerstag Abend machten sich der WE Ottokar von Wanga Bellermont mit Lady Christine – Sophia von Wangen gen Furth im Wald auf. Dort wurden sie vom WE Sir Petrus Maximus und Lady Renate am Campingplatz empfangen, die schon für einen genehmen Platz für die beiden Planwagen gesorgt hatten. Den Abend konnten die vier Reisenden dann bei einer guten Brotzeit und anregenden Gesprächen genießen.
Der Freitag verwöhnte uns mit sonnigem Frühlingswetter. Wir konnten bereits im Freien unser Frühmahl genießen und machten uns anschließend auf den nahegelegenen Wildgarten zu erkunden. Dieser wartete mit einer Vielzahl von Ideen zur Gestaltung eines naturnahen Gartens, zum Beispiel eine Lehmwand für Wildbienen, auf. Von den verschlungenen Wegen durch die wildromantische Auenlandschaft aus konnten wir viele fantasievolle Skulpturen bewundern. Zum Teil waren sie aus altem Holz geschnitzt, aber auch aus Metallschrott geschweißt. Es gab Drachen, Gnomen und andere Waldgeister zu entdecken. Unsere Mittagspause verbrachten wir am Campingplatz und machten uns später auf den Weg in die Stadt, wo wir kurz den „Flederwisch“, eine ebenso gelungene Kombination aus skurrilen Skulpturen, Gartenkunst und Café, erkundeten.
Um 18 Uhr versammelte sich schon ein Gutteil der ritterlichen Festgesellschaft zu einem geselligen Fürabend im Kolpinghaus ganz in der Nähe. So waren der GM des Mauternburger Ritterbundes, der HE Burkhardt von Freisaal zue Lampoding mit Burgfrau Gerti gekommen. Der HE GM Hermann von Salza mit Burgfrau Iwona von der Michaelirittern zue Görlitz, der WE Wolfgang Walser von Syrenburg mit Burgfrau Andrea und der WE Egino von Tarasp von den Schwemmrittern zue Landeshuota weilten ebenso an der gastlichen Tafel wie natürlich auch zahlreiche Recken und vielschöne Burgfrauen gastgebenden Markgrafen – hier insbesondere der HE GM Reinhold von Schneeberg mit seiner Bgf Marianne. Wir erspähten auch den GM des Ravensburger Ritterbundes den HE Eberhard von Nellenburg mit Burgfrau und den erlauchten Hochmeister des Deutschen Ritterbundes, Konrad von Winterstetten und noch viel mehr der lieben ritterlichen Freunde! Vom Wallensteiner Ritterbund zue Norinberga, vom grünen Humpen zue Vindobona, vom Güldenen Humpen zue Vindobona (die beiden Großmeister warteten mit so einigen gemeinsam dargebrachten lustigen Stücklein auf), von den Schwarzen Reuthern zue Eichstetten und und und….
Bei griechischem Essen und lustigen Vorträglein verbrachten wir einen kurzweiligen Abend. Auch die Musik kam nicht zu kurz. Es unterhielten uns der Junker Johann Wolfgang von der Mauternburger Ritterschaft mit der Gitarre. Auch Sir Merlin zückte seine Ziehharmonika und gab einige Stücklein zum Besten.
Zur zehnten Stund´ sprengte endlich unser bereits vermisst geglaubter Ritterbruder, der WE Sir Domandrel von Eichenstamm an. Ihm wurde die zweifelhafte Ehre zu Teil, sich um vier Stunden länger der Fürsorge der deutschen Bundesbahn erfreuen zu dürfen. (Fahrzeit Innsbruck – Furth im Wald 10 Stunden!!!!). Auch für ihn stand noch Speis´ und Trank bereit und so ward es fast Mitternacht bis wir alle den Weg nach Hause fanden. Sir Merlin chauffierte uns zurück und musste dafür den Weg zweimal auf sich nehmen, da wir ja jetzt zu sechst waren. (Wir danken unserem HE Magnus Magister für seine Mühwaltung!)
Der Samstag empfing uns ebenfalls mit schönstem Sonnenschein als wir unsere Ritterfreunde um halb elf bei der Drachenhöhle trafen. Die vielliebe Burgfrau Marianne von Schneeberg hatte dort für die Schar eine Führung gebucht. In Furth im Wald wird jedes Jahr im August der „Further Drachenstich aufgeführt. Er zählt zum immateriellen Kulturrebe Deutschlands und ist wirklich sehr sehenswert. Wir konnten uns letztes Jahr selbst davon überzeugen und können es nur wärmstens weiterempfehlen! In der Drachenhöhle „lebt“ Fanny – wie die Further liebevoll ihren Drachen nennen. Es ist der weltgrößte Schreitroboter (Guinessbuch der Rekorde). Zunächst erfuhren wir Wissenswertes zur Geschichte des Drachenstichs und des Drachen. Der Höhepunkt war dann aber der Drache Fanny selbst. Sie wurde für uns sozusagen „zum Leben erweckt“: brüllte und schnaubte ganz fürchterlich – Rauch quoll aus Nüstern und dem riesigen Maul. Erst blinzelte sie und grinste, aber dann wurde sie grantig, fletschte die Zähne und spie Feuer! Da ward es den tapferen Rittersleuten dann doch lieber, ihre vielminniglichen Burgfrauen in Sicherheit zu bringen!
So erholten wir uns daraufhin im Sonnenschein mit Blick auf die historische Further Altstadt bei kühlem Bier und einer schmackhaften Mahlzeit von den Schrecknissen.
Frisch gestärkt, sogar für ein Nickerchen war noch Zeit, trafen die Recken und Ladys des OMCCT um 15 Uhr wieder im Kolpinghaus ein, wo um 16 Uhr das Festkapitel zum 140. Bestandesfest begann.
Zunächst zogen die Großmeister und Fähnleinführer begleitet von festlichem Fanfarenklang in den Remter ein. Sie wurden einzeln von den wehrhaften Landsknechten der Arma Georgii eskortiert. Wir konnten die Farben von Strupinga, dem Mangfalltal, dem Schweinachgau, Aipilininga, Pledenlingen, Norinberga, Landeshuota, Ravensburg, Vindobona, Oeniponte, Gehren, Görlitzen, Eichstetten, Haldenwang, Mauterndorf, Golling,…… und vieler mehr ausmachen!
Nach dem Verlesen des Burg und Bannfriedens und Burgsicherung erfreute uns der Erlauchte Hochmeister des deutschen Ritterbundes – Konrad von Winterstetten mit erfrischend kurzen Grußworten, bevor der Großmeister des Markgrafenritterbundes, der Hochedle Reinhold von Schneeberg die illustere Festgesellschaft begrüßte. Auch der stellvertretende Bürgermeister von Furth, selbst Mitglied im Bund, gab sich die Ehre.
Eine große Freude stellte für uns die musikalisch Gestaltung des Abends dar. Die vielminnigliche Monika von Schönfeld vom grünen Humpen zue Vindobona gab einige musikalische Sahnestückchen aus ihrem Operetten- und Wiener- Lied Repertoire zum Besten. Mit ihrem glasklaren Opernsopran erfreute sie die Ohren und Herzen aller. Ebenfalls sehr ergriffen waren wir vom Querflötenspiel von Reinhold und Mariannes Enkeltochter, das dem Gesang in nichts nachstand.
Der Humpen, den der Kellermeister nach vielen Mühen und Gefahren dem Drachen entrang, empfing die Weihe der ritterlichen Kirche und kreiste in der großen Runde der vielen angesprengten Exzellenzen. Dabei wurden gar viele wertvolle Gastgeschenke und Glückwünsche überbracht.
Der Hochedle Großmeister Reinhold von Schneeberg und seine vielschöne Burgfrau Marianne nahmen uns in ihrem Vortrag mit auf die Reise durch einhundervierzig der Jahrungen des Markgrafenritterbundes, durch verschiedene Rollen kurzweilig präsentiert.
Langjährige Weggefährten und treue Freunde der Markgrafen wurden zu Ehrensassen und Ehrenburgfrauen erkoren. Auch Wir durften uns über große Ehre der Ernennung zur Ehrenburgfrau freuen! Ebenso freuten sich Sir Merlin, er wurde zum Ehrenkomptur, und der WE Ottokar von Wanga Bellermont, der sich fürderhin Ehrensasse des Markgrafenritterbundes nennen darf.
Miteinander sangen wir – sicher nicht so gut wie Monika von Schönfeld, aber mit – mehr oder weniger Inbrunst – gemeinsam einige Lidulein, bevor das Feuer in den Pylonen entfacht wurde und wir der nach Walhall abgerittenen Altforderen gedachten. Zum Schluss verstärkten wir die uns vereinenden Bande und bildeten gemeinsam die Bruderkette.
Nach Entsicherung der Burg entließ uns der Hochedle Großmeister Reinhold von Schneeberg in die wohlverdiente Fidelitas.
Am Sonntag frühstückten wir im Planwagen des Sir Petrus ( vielen Dank an Lady Renate !).
Der HE Sir Merlin und der WE Sir Domandrel kamen später dazu. Sie nächtigten gegenüber in der Jugendherberge und frühstücken dort. Sir Domandrel beschloss sich nicht wieder den Gefahren einer Bahnreise auszusetzen und schloss sich zur Heimreise Sir Petrus und Lady Renate an. So füllten wir im nahen Tschechien noch die Mägen unserer Stinkrosse und gingen nach herzlicher Verabschiedung unsere Wege. Sir Merlin machte sich nach Franken auf, der WE Ottokar und Lady Christine strebten Niederbayern an und Sir Petrus kutschierte Lady Renate und Sir Domandrel nach Innsbruck und weiter nach Landeck.
Um viele schöne Erinnerungen reicher kehren Wir gestärkt in die Profanei zurück und sehnen schon die nächste Fahre herbei, die Uns so Gott will ungefähr vier Wochen in Sachsens Gemarkungen gen Görlitzen führen wird.
Diximus






